Zertifikate und deren Bedeutung
Zertifikate für Textilprodukte gibt es in unterschiedlichen Ausführungen und bilden, jeweils als Baustein, eine transparente und nachvollziehbare Sicht auf die gesamte Liefer- und Produktionskette. Im Kern geht es um ökologisch-nachhaltige Aspekte, Arbeitsbedingungen und soziale Standards sowie Tierschutz- und Rohstoffaspekten. Die nachfolgend aufgeführten Zertifikate bilden einen wichtigen Auszug aus einer Vielzahl weiterer ab.
Sozialer Aspekt
| Das BSCI-Zertifikat unterstreicht Bemühungen im Bereich der Corporate Social Responsibility (CSR). BSCI steht für „Business Social Compliance Initiative“ und hat die Verbesserung der sozialen Standards in einer weltweiten Wertschöpfungskette zum Ziel. Die Initiative bietet den zertifizierten Unternehmen ein systematisches Überwachungs- und Qualifikationssystem, um weltweit die Arbeitsbedingungen von Menschen verbessern zu können. | |
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Fair Wear zielt auf die Verbesserung der Arbeitsbedingungen in der globalen Bekleidungsindustrie ab. Der Fokus liegt auf der besonders arbeitsintensiven Produktionsphase der Konfektion, wo die Stoffe zu fertigen Textil-Produkten zusammengenäht werden. Herzstück der Fair Wear ist ein Kodex für Arbeitspraktiken und Arbeitnehmerrechte, dem „Code of Labour Practices“, der auf internationalen Standards beruht. Insgesamt acht Punkte regelt der Kodex:
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In unterschiedlichen Ländern gibt es auch unterschiedliche Regelungen für Arbeitsbedingungen und die sozialen Konditionen. Für Unternehmen, die in mehreren Ländern tätig sind, weil beispielsweise die Rohstoffe, die Verarbeitung und der Vertrieb an unterschiedlichen Orten geschehen, kann es deshalb wichtig sein, überall geltende, kontrollierte Mindestanforderungen zu haben. Deshalb konzipierte die SAI den SA8000 Standard als eines der ersten prüffähigen Sozialzertifikate, das für jede Industriebranche anwendbar ist. SA 8000 beinhaltet 8 Kriterien
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WRAP ist eine unabhängige, gemeinnützige Organisation, die sich der Förderung sicherer, legaler, menschenwürdiger und ethischer Herstellungsbedingungen in der weltweiten Bekleidungs-, Schuh- und Nähwarenindustrie widmet (siehe Home - WRAP Compliance). Hauptmerkmale von WRAP:
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Rohstoffe / Rohware Aspekte
| Das OCS 100-Logo wird für Produkte verwendet, die 95% oder mehr Bio-Material (biologisch produzierte Fasern) enthalten. | |
| OCS-Blended wird für Produkte verwendet, die mindestens 5% Bio-Material (biologisch produzierte Fasern) gemischt mit konventionellen oder synthetischen Rohstoffen enthalten. | |
| Organic-Logo weist auf Textilien hin, das einen bestimmten Anteil an Bio-Material (biologisch produzierte Fasern) gemischt mit anderen konventionellen / synthetischen Rohstoffen enthält. |
Nachhaltige / Umweltaspekte
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Der Standard 100 von Oeko-Tex stellt sicher, dass Textilien auf Schadstoffe geprüft wurden, und dient als verlässliche Orientierung für Verbraucher, die nach schadstofffreier Kleidung suchen. Um ein Produkt nach dem Oeko-Tex Standard 100 zertifizieren zu lassen, muss nachgewiesen werden, dass alle Betriebe entlang der gesamten Produktionskette – also jeder, der an der Herstellung des Endprodukts beteiligt ist – die Anforderungen der Oeko-Tex STeP-Zertifizierung (siehe OEKO-TEX® STeP - Hohenstein) entsprechen. |
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| REACH ist eine Verordnung der Europäischen Union, die zum Schutz der menschlichen Gesundheit und der Umwelt vor den Gefahren durch zahlreiche Chemikalien eingeführt wurde. Ziel ist es zudem, die Wettbewerbsfähigkeit der chemischen Industrie innerhalb der EU zu stärken und alternative Bewertungsmethoden für chemische Risiken zu fördern, um bspw. die Anzahl an Tierversuchen zu reduzieren. Die REACH-Verordnung gilt grundsätzlich für alle Chemikalien. Sie betrifft nicht nur industrielle Anwendungen, sondern auch Produkte des täglichen Lebens wie Reinigungsmittel, Farben, Textilien, Möbel oder Haushaltsgeräte. Aus diesem Grund hat REACH Auswirkungen auf Unternehmen verschiedenster Branchen (siehe REACH-Tests - EUROLAB). |
Tierschutz Aspekt
| Um vegane Kleidung Einrichtungsgegenstände besser kenntlich zu machen, vergibt PETA ein spezielles Logo. Dieses ermöglicht es Unternehmen, ihre veganen Produkte sowie ihr Engagement für den Tierschutz sichtbar zu machen. Das Label trägt zur steigenden Bekanntheit veganer Mode, Accessoires und Wohnartikel bei – und unterstützt einen bewussteren Einkauf. Das PETA-Approved Vegan-Siegel kennzeichnet Produkte, die ohne tierische Bestandteile hergestellt wurden. Denn Materialien tierischen Ursprungs bedeuten oft Tierleid – und viele dieser Inhaltsstoffe, etwa in Kleidung oder Textilien, sind auf Etiketten nicht direkt erkennbar. Das PETA-Siegel bietet Verbraucher:innen eine klare Orientierung, um tierfreundliche Mode einfach zu identifizieren. Ausgezeichnet werden dabei Textilien, die keinerlei tierische Materialien wie Leder, Pelz, Wolle oder Seide enthalten und auch keine tierischen Bestandteile in Hilfsmitteln wie Farb- oder Klebstoffen aufweisen (siehe PETA-Approved Vegan: Das Siegel für vegane Textilien) |